Stephanie Glasmeyer Music
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Wo sind eigentlich die Frauen in der deutschen Musiklandschaft?

30/4/2015

22 Comments

 
Picture2% beträgt der Anteil deutscher Künstlerinnen diese Woche in den Single - und Albumcharts, starke Leistung...
Oha, was ein Titel - das klingt nach persönlichem Abrechnen mit Musikdeutschland - ist aber nicht so! Es geht darum, dass deutsche Künstlerinnen kaum gefördert und gefeatured werden, um Tatsachen, die diese Aussage unterbauen und es geht um die Frage, warum das so ist?

Letztes Jahr habe ich den Bundesvision Song Contest geschaut, der bis auf wenige Ausnahmen an fragwürdigen Beiträgen fast gar nicht zu überbieten war aber das ist ein anderes Thema. Wir haben in Deutschland 16 Bundesländer und es gingen tatsächlich nur zwei weibliche Künstlerinnen an den Start, Kitty Kat und Miss Platnum - und mit Handwerk hatte das bei den beiden auch leider wenig zu tun. Die Frauenquote lag also bei 12,5 %, Respekt! Gewonnen hat bei den insgesamt 10 Ausgaben bisher eine Band mit einer Sängerin und das waren „Juli“ im Jahr 2005!
Ja, jetzt könnte man sagen, es geht nicht darum ob Mann oder Frau, es geht um die musikalische Qualität. Diese Aussage würde ich sofort unterschreiben - nur leider geht es nicht darum! Da tummeln sich Clueso - Imitatoren  en masse und werden  im Radio rauf und runter gespielt und keiner kann sie mehr unterscheiden. 
Gerade eben hab ich einen Song gehört und dachte: aah, klingt sehr nach Philipp Poisel - nee, heißt aber Joris und wird momentan sehr gehypt. 
Ich gönne dem Jungen das sehr, aber bei seiner Musik von musikalischer Vielfalt in der deutschen Musiklandschaft zu sprechen wäre doch eher übertrieben, alles schon gehört, smarter Typ mit Kratze-Stimme erobert die Mädchenherzen. Ich will gar nicht in Frage stellen, dass die Texte und Musik nicht gut sind, ich mag selber einige Songs dieser Jungs aber mir kann keiner erzählen, dass wir hier in Deutschland nicht auch tolle Künstlerinnen haben, die tolle Texte haben und tolle Musik machen.
Ich gucke gerade in die Top 100 der deutschen Singlecharts. Momentan sind dort 15 deutsche männliche Künstler und 2 (!) deutsche Künstlerinnen vertreten - Helene Fischer und Leslie Clio. Schlimm genug dass wir nicht mehr deutsche Künstler ganz allgemein darin vertreten haben aber ZWEI deutsche Interpretinnen in den deutschen Singlecharts? Das wäre dann eine deutsche Frauenquote von 2% in dieser Woche, wenn das mal nicht eine Leistung ist. In den Top 50 der Albumcharts sieht es ähnlich aus, 12 deutsche männliche Künstler und mit - Überraschung -  Helene Fischer eine weibliche Künstlerin, Frauenquote liegt hier dann ebenfalls bei 2 %!
Warum mir das auch so stark auffällt ist vielleicht, weil ich in den Niederlanden studiert habe. Dort ist sicher auch nicht alles besser aber um ihre vielfältige Musiklandschaft, die Förderung von Newcomer verschiedenster Genres und vor allem dabei egal ob die Künstler männlich oder weiblich sind, können wir unsere Nachbarn echt bewundern. Ich könnte nun ganz spontan zehn niederländische Sängerinnen aufzählen, die alle völlig unterschiedliche Musik machen und seit Jahren erfolgreich im Radio gespielt und auch sonst gefördert werden, also längerfristig erfolgreich sind (da die hier allerdings mit Ausnahme von Caro Emerald und Anouk nicht bekannt sind, lasse ich das jetzt mal). Ich hatte nie das Gefühl, dass das Geschlecht dort eine Rolle spielt sondern es meistens wirklich um die Musik geht. Diese zehn würde ich in Deutschland nicht zusammen kriegen.

Versteht mich nicht falsch, ich finde Quoten blöd, ich finde die gute Musik sollte sich durchsetzen und bin gegen Frauenquoten in der Musik - denn nur etwas aus einem Prinzip oder Gesetz heraus zu fördern sehe ich als nicht hilfreich an. Aber liebe deutsche Plattenfirmen, liebe Booker, lieber Veranstalter, liebe Radiostationen, was genau ist das Problem mit weiblichen Künstlerinnen? Ich versteh es wirklich nicht und ich verstehe auch nicht, dass das irgendwie nie Thema ist, ich habe selber von fast noch niemandem in meinem Musiker-Bekanntenkreis gehört, dass wir mehr Frauen in der Musik fördern sollten. Stehe ich also mit meiner Meinung alleine da oder ergab sich dafür nur noch nie die Gelegenheit?
Hand auf´s Herz: wir haben außer Helene Fischer keine Sängerin, die ansatzweise so erfolgreich ist wie die Schlagerkönigin, die viel im Radio gespielt wird, die 2000+ Hallen füllt. Es gibt Cäthe, Annett Louisan, Joy Denalane, Stefanie Heinzmann und die Mädels von BOY und abgesehen davon, dass die auch nicht alle kommerziellen Erfolg haben oder ihren Zenit schon seit längerem überschritten haben, hört es da doch auch schon auf. 
Auf männlicher Seite gibt es Clueso, Bosse, Philipp Poisel, Johannes Oerding, Casper, Pohlmann, Peter Fox, Adel Tawil, Andreas Bourani, Tim Bendzko, Joris, Xavier Naidoo, Sasha, Mark Forster, Gregor Meyle, Max Herre, Sido, Jan Delay, Gentleman, Roger Cicero und die alten Hasen wie Peter Maffay, Herbert Grönemeyer, Marius-Müller Westernhagen und Udo Lindenberg, die auch nach 30 Jahren noch erfolgreich sind.
Alle habe ich sicher nicht aufgezählt und mit Bands habe ich erst gar nicht angefangen…ich hoffe, spätestens jetzt fällt auch dem letzten Zweifler meines Standpunktes auf, dass hier irgendwas nicht stimmt.

Ich persönlich kenne viele tolle Künstlerinnen und Kolleginnen, die eigene Musik machen und die locker mit dem gängigen Radiogeplänkel mithalten können - um nur einige davon zu nennen: Sofia Stark, Nora Becker, Linda Kauffeldt („Takadoon“), Ina Bredehorn („Deine Cousine“), Buket, Ania Jools, Charlotte Brandi („Me and my drummer“), Katharina Vogel, Miu (und mich selbst zähle ich auch diesem Club zu)… und das sind nur die Spontaneinfälle gerade aus meinem Hamburger Dunstkreis, ein Bruchteil von dem Potenzial was sich in Deutschland an weiblichen talentierten Künstlerinnen tummelt.
Aber nee, stattdessen bekomme ich so wie einige andere dieser tollen Mädels letzte Woche eine Einladung zum nächsten Popstars - Casting, nein danke! Musikdeutschland muss noch viel lernen!


22 Comments
Ramiro
30/4/2015 10:02:32 am

Die Charts bilden die sich am schnellsten verkaufenden Künstler ab. Festival-Lineups halte ich da für aussagekräftiger. Aber auch dort wird es nicht anders sein.
Vielleicht lohnt es sich die heutigen Zahlen und Acts mit denen von vor zehn Jahren zu vergleichen. Da waren viele deiner Beispiele auch schon erfolgreich. Hm.
Immerhin gab es Lena (kein deutscher Mann hat ihren Erfolg).
Die erfolgreichste Newcomerin dieses Jahr ist bisher wohl Schwesta Ewa. Immerhin.

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Stephanie
1/5/2015 04:00:54 am

Hey Ramiro,
da mich interessiert hat, ob an deiner Vermutung bzgl. der anderen Verteilung auf Festivals im Gegensatz zum Radio was dran ist, habe ich gerade mal spontan die Line-ups von drei verschiedenen Festivals für 2015 mit ernüchterndem Ergebnis verglichen:

Auf dem Hurricane 2015 gibt es 81 männliche Bands und Künstler und 4 weibliche, wovon keine eine deutsche Künstlerin ist.
Auf dem Deichbrand 2015 spielen 63 männliche Bands und Künstler und null (!!!) Künstlerinnen!
Auf dem Summerjam 2015 spielen 42 männliche Bands und Künstler und 4 weibliche, wovon mit Nneka und Y´akoto immerhin zwei in Deutschland lebende Künstlerinnen sind.
Spätestens jetzt hatte ich keine Lust, noch mehr Festivals zu vergleichen!
Viele Grüße

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Ina Brox link
2/5/2015 02:34:24 pm

Die Ursache dafür , daß der Frauenanteil in der Rock-und Popmusik unter 5% liegen dürfte, ist vermutlich, daß die Mädels in dem Alter, in dem man einige Stunden täglich üben müßte, um als Gitarristin, Bassisten, Schlagzeugerin etc. auf ein halbwegs professionelles Niveau zu kommen, sich mehr für Männer, Mode und soziale Netzwerke interessieren. Das gilt auch für das mangelnde Interesse an Studiotechnik etc.Ich weiß, wovon ich spreche, ich spiele seit über 20 Jahren bei den Gabys.

finn
30/4/2015 10:24:52 am

Du hast mit allem Recht und doch zähl ich mal noch ein paar Sängerinnen die deutsch sind, im Radio laufen und gute Mucke machen auf: Mia, Alev Lenz, Wir sind Helden, Alin Coen, Ina Müller, Anna Depenbusch, Balbina, Barbara Schöneberger, Paula, Anna Loos, Kitty Hoff & Forêt-Noire, Jessy Martens, Celina Bostic, Valentine, Mona M, Dillon, Joco, Graziella, Heidi Happy, Joco, Pixie Paris, Kat Frankie, Sea + Air ... und mit so Sängerinnen wie Yvonne Catterfeld, Sarah Connor oder auch Sabrina Setlur und Mary Rose fang ich dann jetzt gar nicht erst an. Aber auch sie machen Musik die Menschen mögen!

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Kim link
26/5/2015 10:43:04 am

Kleines Update: Sarah Conner hat vor kurzem darüber hinaus nach circa 15 Jahren ihr erstes deutsches Album rausgebracht - find's echt gut :)! Wir sind Helden gibt es zwar seid 2010 nicht mehr, aber Sängerin Judith Holofernes hat letztes Jahr ein großartiges Soloalbum veröffentlicht, kann man ebenfalls nur empfehlen!

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finn
30/4/2015 10:26:12 am

Hihi ja, Lena, stimmt. Und, dieser Nachtrag, weil, wie konnte ich Annette Humpe bloß vergessen! <3

Reply
Stephanie
30/4/2015 10:55:22 am

Hallo Finn,
du zählst eine ganze Reihe toller Künstlerinnen auf, die ich größtenteils gerne noch mehr in der Öffentlichkeit sehen und hören würde, doch fast keine davon hat ein vergleichbares Standing und ist so omnipräsent wie die von mir im Post genannten männlichen Künstler. Frag doch mal den deutschen "Durchschnittshörer", wen er von diesen Frauen kennt, ich glaube sobald du die in weniger musik-affinen Kreisen nachfragst, bleiben vielleicht noch 3 Namen übrig. Davon abgesehen muss man sagen, dass Sängerinnen wie Yvonne Catterfeld, Sabrina Setlur oder Mary Rose schon eher der deutschen Musikvergangenheit angehören und daher etwas aus dem Vergleich fallen.
Aber Kompliment für deine Expertise bzgl. deutscher Künstlerinnen :)
Viele Grüße

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finn
30/4/2015 11:18:43 am

Ich sag ja, du hast Recht – die Jungs machen einfach mehr einen auf dicke Hose und ich denke, dass bleibt dann auch mehr im Kopf. Ich frag aber wirklich mal meine Schwester, der Rest der Freunde ist nämlich eher musikaffin, auch wenn sie es nicht als Beruf ausüben, nur lieben. ;) Meld mich dann wieder.

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finn
30/4/2015 11:41:15 am

Okay, die Antwort war: Christina Stürmer. Nena. Lena meyerlandruth. juli
... keine so gute Auswahl für mich ;)

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Stephanie
30/4/2015 12:23:55 pm

Na das nenne ich aber doch schon repräsentativ für eine Umfrage ;)

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Andie
1/5/2015 03:32:20 am

Danke Stephanie,
mir gefällt dein Statement. Selbst in den Kiddycasting Shows hat ein Junge gewonnen. Ich fragte mich intensiv *Wieso*. Die Mädels waren eindeutig besser. Ich habe so langsam das Gefühl das bei uns hier jede ambitionierte Sängerin auf die Schlagerschiene geschoben wird, wenn sie den Fehler begeht in ihrer Muttersprache zu singen. Ist echt schade.
Liebe Grüße

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Barbara
1/5/2015 05:09:09 am

Hallo Stephanie! Ich habe kürzlich gelesen, dass in amerikanischen klassischen Orchestern seit der Einführung von "blind auditions" der Frauenanteil an den Neueinstellungen von Instrumentalisten von 5% auf 50% gestiegen ist, was mich überhaupt nicht gewundert hat, da ich überzeugt bin, dass Talent und Können in bestimmten Bereichen vermutlich ewa gleichmäßig und unabhängig vom Geschlecht auf die Menschheit verteilt sind. Man fragt sich ja eigentlich nur, warum es vorher nur 5% waren und das lässt ja glasklar eine erhebliche Diskriminierung auch im Profi-Bereich erkennen. Beim Singen ist es ja mit blind auditions leider nicht getan und es wären wohl anderweitige bewusstseinsbildende und fördernde Maßnahmen notwendig. Kürzlich sagte mir eine Veranstalterin (!), dass sie einfach nicht daran gedacht habe, für ein Bluesfestival, bei dem dann nur Männerbands auftraten, auch mal bei einer Frau anzufragen und dass sie das demnächst aber ändern möchte, da es ihr durch meine Frage erst bewusst wurde, dass wir in der Region eigtl. ganz tolle Bluesfrauen haben.

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Stephanie
1/5/2015 07:34:40 am

Liebe Barbara, wow, das ist echt interessant zu hören - ich habe mir bisher noch nicht wirklich Gedanken dazu gemacht, wie es in anderen musikalischen Bereichen ausschaut aber es scheint also nicht viel anders zu sein - umso besser, wenn die blind auditions immerhin zu einem Erfolg führen, auch wenn es natürlich schöner wäre, wenn die nicht nötig wären. Tja, beim Singen ist das in der Tat schwieriger ;) Viele Grüße

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Ilona
1/5/2015 11:30:06 am

Hallo Stephanie,

ich bin eine von zehn Glücklichen, die - über eine anonymisierte Bewerbung - für die Teilnahme an der Celler Schule 2015 (einzige deutsche Masterclass für Textdichter) ausgewählt wurden. Wir sind übrigens drei Frauen und sieben Männer...

Ich habe mir die gleiche Frage gestellt wie du: Warum gibt es so wenige Frauen in der Musik (außer vielleicht in den Chören)?

Fairerweise muss man sagen, dass auch bei den (auftretenden) Hobbymusikern und den Halbamateuren mehr Männer als Frauen sind - so zumindest mein Eindruck.
Konzerte geben, herumreisen, aus dem Koffer leben, in der Öffentlichkeit stehen - das muss man wirklich wollen. Ich frage mich, ob das genauso viele Frauen wie Männer wollen. Ist es so, dass einfach nur deswegen weniger oben ankommen, weil weniger von unten nachdrücken?

Es gibt natürlich auch Bereiche, wo sich das Verhältnis umdreht, je weiter man nach oben kommt. Zum Beispiel gibt es mehr Frauen als Männer, die kochen, aber bei den Spitzenköchen ist das Verhältnis andersherum. Vielleicht ist die Musikerinnen-Knappheit also einfach nur ein Spiegel unserer Gesellschaft.

Gilt in unserer Gesellschaft das öffentliche Auftreten und exponierte "Spitzenpositionen" immer noch eher als Männersache? Das könnte sich sowohl im Bewerbungsverhalten als auch im Auswahlverhalten niederschlagen.

Das sind so meine Gedanken zum Thema... Auf jeden Fall spannend. Wenn man mehr über die Ursachen weiß, finden vielleicht mehr Frauen den Weg nach oben?

Viele Grüße
Ilona

Reply
Stephanie
1/5/2015 01:57:16 pm

Liebe Ilona,
erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Aufnahme bei der Celler Schule, sehr cool! (ich habe 2011 beim Popkurs Unterricht von Edith Jeske gehabt und habe ihre Stunden in guter Erinnerung :)).
Ich glaube dein Punkt, dass die "Frauenfrage" in der Musik auch mit dem sonstigen gesellschaftlichen Rollenbild zusammenhängt, ist ein Knackpunkt - was nun explizit Sängerinnen angeht, glaube ich aber nicht, dass da weniger nachrücken oder es einfach weniger gibt als Sänger, bei anderen Instrumenten mag das anders sein.
Und du hast recht, um den Weg nach oben zu finden, müssten die Ursachen natürlich viel detaillierter untersucht werden: welche Rolle spielt die Gesellschaft, wie sieht es in anderen Musikbereichen aus, wie ist das Verhältnis männlich/weiblich im Hobby - im Vergleich zum Profibereich, welche Rolle spielen Marketing und Plattenfirmen und so weiter. Sicherlich ein vielschichtiges Thema, da können wir uns noch gut Gedanken drüber machen :)
Viele Grüße und alles Gute für dich!

Reply
Jan
2/5/2015 01:43:04 am

Hallo Stephanie,

ich habe mir dieselbe Frage auch schon oft gestellt. Ich spiele nun seit ca. 15 Jahren in verschiedenen Bands und war an vielen Bandgründungen beteiligt. Wir haben immer offene Annoncen dafür geschaltet, z.B. "Gitarrist/in gesucht" etc. Das kann man vielleicht eleganter formulieren, aber für uns war immer klar, dass wir natürlich beide Geschlechter in der Band vertreten haben wollten.
In all den Jahren habe ich nur eine Gitarristin (die sich als solche versteht, keine Sängerin mit Gitarre^^), zwei Drummerinnen und eine Bassistin kennengelernt, die in einer Band spielen wollten. Bei gefühlten 100 interessierten Musikern ist die Quote ziemlich schlecht. Sängerinnen hingegen scheinen in den einschlägigen Suchforen doppelt so häufig vertreten zu sein wie Sänger...

Woran liegt das? Zum einen gibt es (leider) einige männliche Musiker, die schon im Vornherein sagen, dass sie nicht mit Frauen in einer Band spielen möchten. Angeblich könnte man dann nicht mehr die bier- und testosterongeschwängerten Gespräche führen. Ich kann mir vorstellen, dass da einige Mädels schon Absagen aus diesem Grund bekommen haben - da hätte ich irgendwann auch keine Lust mehr auf eine Band.
Zum anderen scheint mir, als fehle es da Selbstbewusstsein - ich habe schon "Musiker" erlebt, die keine drei Akkorde auf der Gitarre hinbekommen und sich trotzdem als Leadgitarrist bewerben. Die Frauen hingegen, die auf Suchanzeigen antworten, sind in der Regel technisch ziemlich gut. Kann es sein, dass wir Kerle einfach weniger Hemmungen haben, uns mit marginalen Instrumentalkenntnissen auf eine Bühne zu stellen? :-)
Was das Singen angeht, scheint sich das oben Genannte umzukehren - da melden sich nur sehr selten Sänger, diese singen aber oft ziemlich gut. Was man von vielen "Sängerinnen" nicht unbedingt behaupten kann.

Das ist nur meine persönliche Empirie. Ich würde gerne mal mit einer Drummerin zusammen zocken oder mit einer Gitarristin. Aber das wird so bald nicht passieren, weil ich keine finde. :-)

Viele Grüße, Jan

Reply
Jan
2/5/2015 05:09:02 am

P.S. Ich meinte jetzt nur die, die sich auf die Anzeige gemeldet hatten. In unserer Region haben wir im Amateur/Hobbybereich in der Tat viele exzellente Sängerinnen

Reply
Stephanie
2/5/2015 08:00:51 am

Hey Jan,
danke für deinen Kommentar und die Schilderungen deiner eigenen Erfahrungen! Ich stimme dir zu, sicher sind es häufig die Männer, die mehr Selbstbewusstsein haben, wenn es darum geht, sich eine Gitarre um den Hals zu hängen, da können wir Frauen und auf jeden Fall noch was abgucken! In meinem Post habe ich nun aber ja primär von Sängerinnen gesprochen, die als Künstlerinnen erfolgreich sind und da gibt es ja - wie du auch aus deinen Erfahrungen schreibst - an der Basis nicht einen so großen Mangel (klar, die Qualität ist die andere Frage). Die Frage, warum nicht mehr Frauen in Bands ein Instrument spielen, ist dagegen auch interessant (auch damit habe ich mich bisher noch nicht weiter beschäftigt ;)). Ich würde vermuten, in klassischen Ensembles sieht da ganz anders aus.
Ich wünsch dir jedenfalls, dass du bald mal mit ´ner richtig coolen Drummerin spielst :) Viele Grüße

Reply
Jan
2/5/2015 06:37:05 pm

Hehe, danke. Irgendwann wird's soweit sein. :-)
Habe mal deine Videos geschaut, du hast eine tolle Stimme mit viel Gefühl! Mach mal weiter so, dann verbesserst du bald die Quote der Künstlerinnen in den Charts. ;-)
LG Jan

Reply
Barbara
3/5/2015 03:47:14 am

@Ina Brox: Selbst wenn Du Recht damit hättest, dass das Interesse von Mädchen an Bandbeteiligungen im Bereich Rock- oder Popmusik so gering wäre, würde ich sagen, dass die Ursachenanalyse viel tiefer gehen müsste. Wenn Mädchen beispielsweise, wie Du meinst, durch ihr "Interesse an Männern" vom Gitarreüben abgehalten würden, sähe ich ja genauso schwarz für sonstige Aktivitäten wie Pferdesport, klassisches Piano, Abiturmachen etc. In all diesen Bereichen sind Mädchen aber bekanntermaßen sehr gut oder sogar überproportional vertreten. Jungen dürften übrigens in der Pubertät auch genausoviel Interesse an Mädchen haben, glauben aber vielleicht, dass sie als Gitarren-Hero gerade gut punkten können, was die Mädchen sich vielleicht nicht erhoffen, da sie sich eher Groupie erwünscht fühlen könnten. Hier ein Auszug aus einer Einladung der Uni Zürich zu einem Workshop im Bereich Wirtschaft, ist ja das Gleiche in Grün...Sozialpsychologische Untersuchungen zu geschlechterspezifischen Aspekten der Führung zeigen, dass sich Frauen und Männern in ihren führungsrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen nur geringfügig unterscheiden. Dennoch sind Frauen in Top-Positionen der Wirtschaft und Wissenschaft auch heute noch unterrepräsentiert. Die Analyse von Geschlechterungleichheiten bleibt eine komplexe Aufgabe, da Geschlechterrollen und -stereotype tief in Gesellschaft und Kultur eingebettet sind und Entscheidungen sowie das Verhalten von Individuen beeinflussen. LG, Barbara

Reply
Stephanie
3/5/2015 07:23:52 am

@Barbara - gefällt mir!
@Ina - das finde ich eine ziemlich heftige Aussage; zum einen bleibt dann trotzdem die Frage, warum der Anteil an Sängerinnen an der Spitze so klein ist, denn es gibt eindeutig - wenn man zum Beispiel mal Musikschulen als Beispiel nimmt - mehr Mädels die singen, als Jungs. Nur weil der Großteil der Mädchen vielleicht nicht so gerne mit Logic experimentiert, heißt das doch nicht, dass sie nicht ernsthaft an der Musik interessiert sind oder zum Beispiel tolle Songtexte schreiben können. Warum Mädchen nicht mehr Band-Instrumente lernen, ist eine ganz andere Frage, die finde ich aber mit deiner Begründung sehr einfach und oberflächlich beantwortet. Außerdem finde ich es ziemlich traurig, dass du den jungen Mädels pauschal nur Interesse an Jungs, Mode und sozialen Netzwerken unterstellst, das kann ich leider auch gar nicht bestätigen (ich unterrichte seit 10 Jahren an diversen Schulen/Hochschulen und habe schon unzählige tolle, talentierte und interessierte Mädchen in der Pubertät kennen gelernt, die sich in diversen Bereichen engagieren und für eine Sache brennen). Schade, dass du diesen Eindruck hast, ich glaube jedoch wie schon von Barbara gesagt, empirisch lässt der sich nicht belegen. Viele Grüße

Reply
Maris link
9/1/2021 01:46:44 pm

Interesting thoughtss

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